Hallo, Gustav. Die Frage, ob Kriege und grausame Machthaber eine Strafe Gottes sind, haben wir Expertinnen und Experten aller Religionen auf religionen-entdecken.de gestellt. Hier sind ihre Antworten:
Buddhismus
Nein, denn für Buddhistinnen und Buddhisten gibt es keinen Gott und damit auch niemanden, der die Menschen bestrafen könnte. Was zählt ist, was jede und jeder Einzelne tut. Ist ein Mensch in seinem Inneren verwirrt und verblendet, kann er den guten Weg nicht sehen und es kommt zu Konflikten. Diese Verwirrung auflösen kann nur er selbst.
Christentum
Nein, Kriege sind keine Strafe Gottes. Gott hat dem Menschen eine große Verantwortung geschenkt, mit der Natur, den Tieren und den Pflanzen gut umzugehen. Wenn es zu Kriegen kommt, dann trägt er die Verantwortung dafür. Würde Gott ständig ins Weltgeschehen eingreifen, dann hätte der Mensch keine Freiheit mehr, zwischen Gut und Böse zu entscheiden.
Hinduismus
Nein, denn der Mensch ist für sein Handeln selbst verantwortlich - und damit auch für Kriege. Gute Taten haben gute Folgen und schlechte Taten haben schlechte Folgen. Gott ist dabei wie ein Beobachter und greift nicht in das Schicksal der Menschen ein. Wenn das Böse auf der Welt so groß wird, dass das Gute droht zu verschwinden, greift Gott ein in Form von Inkarnationen. Das bedeutet, er erscheint den Menschen in der Gestalt eines Menschen oder einer Gottheit.
Islam
Der Mensch ist für alles Gute und Schlechte auf der Welt verantwortlich. Er hat von Allah die Freiheit und die Fähigkeit bekommen, das Gute und Schlechte zu erkennen und selbst Entscheidungen zu treffen. Allah greift nicht ständig in das Weltgeschehen ein und lässt das geschehen, wofür der Mensch sich entschieden hat. Die Verantwortung für Hass und Kriege auf der Welt trägt der Mensch. Diese Verantwortung soll er nicht auf Allah abwälzen.
