Die sieben Noachidischen Gebote sind sieben grundlegende Gebote, die nach jüdischer Tradition für alle Menschen gelten. Sie gehen auf die Geschichte von Noach und der Sintflut im biblischen Buch Bereschit zurück. Nachdem Noach, seine Familie und die Tiere die Flut überlebt hatten, schloss G’tt einen Bund mit Noach und seinen Nachkommen. Dieser Bund gilt laut Tora für die gesamte Menschheit.
Die sieben Gebote wurden später im Babylonischen Talmud ausdrücklich erläutert. Sie sollen ein gerechtes und friedliches Zusammenleben der Menschen ermöglichen.
Das sind die sieben Noachidischen Gebote:
- Awoda Sara (kein Götzendienst): Du sollst keine andere Macht und kein anderes Wesen als G’tt verehren – weder durch Opfer noch durch Gebet.
- Birkat HaSchem (keine Gotteslästerung): Du sollst den Namen G’ttes stets respektvoll und nicht zum Falschen oder Unnötigen verwenden.
- Schfichat Damim (kein Mord): Du sollst keinen unschuldigen Menschen töten.
- Gilui Arajot (keine verbotenen Beziehungen): Du sollst weder die Ehe brechen noch intime Beziehungen innerhalb der Familie oder mit Tieren eingehen.
- Gesel (kein Raub und Diebstahl): Du sollst dir kein fremdes Eigentum aneignen – weder durch Diebstahl noch durch Raub, Betrug oder Entführung.
- Dinim (Rechtsordnung): Du sollst Gerichte einsetzen, um die Gebote durchzusetzen und gerecht zu richten.
- Eiwer min HaChai (kein Glied vom lebenden Tier): Du sollst kein Fleisch von einem noch lebenden Tier essen und kein Blut verzehren.
Das Besondere an diesen Vorschriften ist, dass sie im Judentum als grundlegende Verpflichtungen für alle Menschen gelten – für Jüdinnen und Juden ebenso wie für Nichtjuden. Jüdinnen und Juden müssen sich darüber hinaus jedoch auch an die 613 Mitzwot und weitere religiöse Vorschriften halten.
